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1400 - 2000

Der im 11. Jahrhundert erbaute erste Deich umschloss die Medemmündung trichterförmig und gab den Abfluss in der letzten Schleuse des Binnenlandes bei Neuenkirchen frei. Die zur damaligen Zeit gewünschte Eindeichung der unübersichtlichen Medemmündung stellte wegen der Bodenverhältnisse und tiefer Priele in technicher Hinsicht ein besonderes Problem dar. So konnte die große Wurt Otterndorf 400 Jahre lang außendeichs bleiben, was für Wehrhaftigkeit, Handel und Wandel des Ortes damals von Vorteil war. Das Elbwasser spülte bis vor die Stadttore und an die Schutzanlagen des Norder- und Süderwalles, welche heute noch zu besichtigen sind. Etwa ab 1200 erhielt die Küstenlinie zwischen der Ritzebütteler Grenze und der Medemmündung einen geschlossenen großen Deich, den sogenannten "Hadelner-Seebands-Deich", der etwa um 1300 vollständig vorhanden war. Die Medemmündung und der Ort Otterndorf, der im Jahre 1400 die Stadtrechte erhielt, blieben eine Zeitlang ohne sicheren Deichschutz im "Außendeich". Die planmäßige Eindeichung und Abschleusung der Medemmündung erfolgte etwa gegen Ende des 14. Jahrhunderts. Einen sicheren Nachweis über den Bestand von drei Medemschleusen (Holzschleusen) im Jahre 1469 gibt Prof. Dr. Rüther in der Hadler Chronik von 1932.

Die Aufsicht und Unterhaltung der drei Medemschleusen oblag:


Sohlenlage und Abmessungen der drei Otterndorfer Holzschleusen sind nicht bekannt. Erneuerungen nach zahlreichen Sturmfluten seit 1528 bis 1864 sind in den Chroniken nur spärlich aufgeführt. So reißt am 27. Juli 1561 eine heftige Sturmflut die Westerschleuse zu Otterndorf weg. Wann die Schleuse wieder hergestellt wurde, ist nicht bekannt. Es wird nur berichtet, dass eine Erneuerung im Jahre 1606 stattfand. Im Jahre 1638 wird die Osterschleuse in Otterndorf weggerissen und später weiter nach Westen verlegt. Im Jahre 1703 wird die Osterschleuse in Otterndorf neu gebaut. Aus diesen Nachrichten ist zu erkennen, dass es mit der Unterhaltung, Erneuerung und dem Neubau erhebliche Schwierigkeiten gegeben haben muss.

Die Leistungsfähigkeit der drei Schleusen war sehr begrenzt und nach starken Niederschlägen kam es immer wieder zu mehrmonatigen Überflutungen des Hadelner Sietlandes. Durch anhaltende Überschwemmungen und Missernten von 1829/30 unter Nachwirkungen der Sturmflutkatastrophe von 1825 kam es im Lande Hadeln erneut zu großer Not. Schon im Winter 1834 trifft wieder eine Wassersnot das Sietland und 1835 sucht eine Missernte, seit Jahren die vierte, das Land heim. Auf Veranlassung der Landdrostei Stade wurde 1832 von der Wasserbau-Inspektion-Neuhaus/Oste ein Entwurf aufgestellt, der das Gesamtgebiet in zwei voneinander unabhängige Entwässerungsgebiete trennt: in das Hadelner Kanalgebiet mit Zufluss zu einem Randkanal, dem Hadelner Kanal, mit unmittelbarer Einleitung in die Elbe und das Medemverbandsgebiet mit Hoch- und Sietland mit Zufluss auf die Otterndorfer Schleusen. Durch persönliches Dekret des Königs von Hannover wurde der Bau des Hadelner Kanals im Jahre 1845 angeordnet.

Die Ausführung mit dem Bau der Hadelner Kanalschleuse Otterndorf erfolgte in den Jahren von 1852 bis 1854 und brachte in der Entwässerung eine erhebliche Entlastung.


Die drei Otterndorfer Holzsschleusen waren nicht ausreichend bemessen und vollständig abgängig. Schon 1831 legte der Wasserbauinspektor Ernst ein Gutachten für den Bau einer einzelnen massiven Medemschleuse mit einer lichten Weite von 20 Fuß vor. Aber erste 1861 wird die 1857 von der Regierung in Aussicht gestellte massive Medemschleuse als Ersatz für die drei hölzernen Schleusen geplant und dann 1864 nach langen Vorbereitungen ausgeführt. Die Sohle dieser Schleuse für Schifffahrt und Entwässerung lag auf NN -2,74 m, die Anschlaghöhe auf NN -2,24 m. Die lichte Weite betrug 7,00 m. Das Niederschlagsgebiet wurde damals mit 67.200 Kalenberger Morgen angegeben. Das ergibt 0,33 x 67.200 = 22.176 ha, abgerundet = 22.000 ha. Die neue Schleuse wurde damals am Standpunkt der alten Mittelschleuse erbaut. Die alten Schleusen wurden beseitigt, die Deichlücken gedämmt. Für den Bau des Medem-Diesel-Schöpfwerkes im Jahre 1928 wurde schon 1927 eine separate Schöpfwerksschleuse mit Beton-Innenstaubecken errichet. Dadurch war die Entwässerung über ds Schöpfwerke mit der heute noch größten Pumpe Europas gesichert. Zum Abschluss des 20. Jahrhunderts gab es zwei Neubauten:

1993/94 Neubau der Medem-Schifffahrtsschleuse
1995/96 Neubau der Medem-Schöpfwerksschleuse

Über die Druckkammer der Otterndorfer Schöpfwerke und die Medem-Schöpfwerksschleuse werden 22.000 ha mit Freiflut und durch Pumpbetrieb entwässert.


Auslauf der Medem-Schifffahrtsschleuse. Im Sommer werden die Wasserflächen als Anlegestellen durch die Sportfischervereinigung Otterndorf und für zwei Sportboothäfen genutzt. Eine gewerbliche Nutzung findet seit den 80er Jahren nicht mehr statt.