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Die letzten Deichbauten im Landkreis Cuxhaven fanden in den 60er Jahren und nach der Sturmflut 1976 in den 80er Jahren statt. Bei der Erhöhung in den 60er Jahren wurde noch reiner Klei verwendet, um damit den Deich zu erhöhen.

Bei Otterndorf beträgt das mittlere Hochwasser ca. NN +1,50 m. (NN ist der Nullpunkt des Amsterdamer Pegels. Nach ihm werden alle Deich- und Wasserstände an der Nordseeküste angegeben). Die höchste Sturmflut war die vom 3. Januar 1976. Das Wasser stand hier auf NN +5,50 m, also 4,00 m höher als das normale Hochwasser. Nach dieser Sturmflut wurden die neue Deichhöhe und die neue Abmessung des Deiches festgelegt.

Ein ganz neues Verfahren haben die Deichbauer bei der Erhöhung des Deiches in den 80er Jahren angewandt. Der vorhandene Deich wurde in der Mitte geschlitzt, 20 Meter breite, 200 bis 300 Meter lange Wannen ausgehoben und aus der Elbe Sand eingespült. Dabei wurden Saugbagger eingesetzt, die das Sand-Wasser-Gemisch über eine Rohrleitung in den Deichkörper pumpten. Das Spülwasser wurde abgelassen, der neue Sandkern anschließend mit einer Kleidecke von mindestens einem Meter Stärke bedeckt. Darüber kamen Grassoden oder -samen. Die Höhe des Otterndorfer Deiches beträgt jetzt NN +8,30 m.

Früher war genau festgelegt, von wo die Arbeiter die Kleierde zu entnehmen hatten. Es wurde geregelt, wie die Entnahmestellen angeordnet werden müssen und dass die sogenannten Püttlöcher nicht tiefer als zwei Spit - zwei Spatenlängen - sein dürfen. Wie vor hundert Jahren müssen die Deichbauarbeiten auch heute noch bis zum 15. Oktober abgeschlossen sein, damit das Hinterland sicher ist. Auch wenn sich die Technik entwickelt hat, der Kleiboden wird noch immer aus Pütten in unmittelbarer Nähe des Deiches geholt, nur dass die Entnahmestellen jetzt wegen des Naturschutzes im Hinterland und nicht mehr im Vorland liegen, viel größer sind und mehr als zwei Spaten tief ausgehoben werden. So entstanden der "Nordsee" in Otterndorf und der See im Lager Hannover. Die für den Deichbau entnommene Erde wurde per Gleisbetrieb transportiert. Der "Südsee" wurde dann später gebaut und jetzt, Anfang des 21. Jahrhunderts, auch die übrigen Wasserläufe und Seen mit den Ferienhausgebieten.

Wie der Bau eines Deiches mit Sandkern genau verläuft zeigt die nachfolgende Übersicht:

Herstellen des Spüldeiches
Um im zweiten Arbeitsschritt den Sandkern einzuspülen, muss zunächst ein Spüldeich aufgesetzt werden. Ein Bagger beginnt auf der binnendeichs (hinter dem Deich) liegenden Fläche damit, einen Spüldeich zu profilieren. Anschließend wird auch auf der außendeichs (vor dem Deich) liegenden Fläche der Spüldeich aufgesetzt. 
Herstellung der Spülleitung und Einspülen des Sandkerns
Abschnittsweise wird eine Rohrleitung verlegt, die den Sand aus dem Meer in den Deichkern spült. Das überschüssige Wasser wird wieder aus dem Sandkern heraus geleitet, die schweren Sandteile bleiben im Spülbett liegen und bilden den Kern des Deiches. 
Profilieren und Verdichten des Spülkerns
Nach Beendigung des Spülvorganges wird der Sandkern mit schwerem Gerät verdichtet und profiliert. Dabei wird er insbesondere schon auf die später erforderliche Sollhöhe des Deiches gebracht. 
Herstellung der Kleiabdeckung
Aus dem nun nicht mehr benötigten Spüldeich wird die Kleierde zur Herstellung der Kleiabdeckung verwendet. Bei der Herstellung der Kleiabdeckung wird sowohl die Böschung des Deiches, als auch eine entsprechende Überdeckung mit berücksichtigt, da sich der Deich in den kommenden Jahren noch setzen kann. 
Herstellung der Außen- und Binnenböschungen, Anlegen von Deichseitengräben und Deichverteidigungswegen
Im fünften Schritt werden die Böschungen verdichtet, profiliert und neu angesät. Der Deich bekommt seine endgültige Form. Zeitgleich werden die Deichseitengräben, die der Entwässerung des Deiches dienen und die Deichverteidigungswege hergestellt. Diese sind erforderlich, um die Deiche unterhalten zu können, da gerade im Winter die Grasnarbe mit schwerem Gerät nicht befahrbar ist, sondern dadurch nur Schaden nehmen würde. 
Der Deich ist fertig
Der Deich ist fertig, nach Ansaat und Begrünung kann er seinem Zweck übergeben werden, dem Schutz der Menschen, die hinter ihm wohnen. Der Bau eines Deiches dauert häufig viele Jahre und kostet viele Millionen Euro, da es oft nicht allein damit getan ist, den Deich neu zu bauen, sondern alle Bauwerke, die im Deich liegen (z. B. Schleusen, Siele und Schöpfwerke) entsprechend neu gebaut werden müssen, da sie nach einem Neubau des Deiches nicht mehr die entsprechende Höhe haben und somit bei einer Sturmflut einen Gefahrenpunkt darstellen können.